A, H oder N für die Nationalstrassen?

Die Nationalstrassen in der Schweiz sind entweder Autobahnen, Autostrassen oder Hauptstrassen. Entsprechend beginnen ihre offiziellen Bezeichnungen entweder mit einem A oder einem H. Gemeinsam ist allen Nationalstrassen aber auch eine Bezeichnung, die mit N beginnt. 

Sicher haben Sie in den Verkehrsmeldungen am Radio schon die Bezeichnung A1, A2 usw. gehört. Sofort war Ihnen klar, dass es um Autobahnen geht. In offiziellen Dokumenten ist jedoch von N1, N2 usw. für die Nationalstrassen die Rede. Was ist nun korrekt? Tja, beides ist richtig…

Zwei Nationalstrassennetze

Grundsätzlich wird bei den Nationalstrassen unterschieden zwischen zwei Netzen: Dem sogenannten Infrastrukturnetz und dem sogenannten Betriebsnetz. Unter dem Infrastrukturnetz versteht man jenes Strassennetz, das rechtlich und politisch sowie finanziell relevant ist. Es wurde 1960 durch das Parlament im “Bundesbeschluss über das Nationalstrassennetz” festgelegt. Im Anhang dieses Beschlusses sind alle Nationalstrassen und ihre offizielle Nummerierung aufgelistet (vgl. BBl 2017 7807 – Bundesbeschluss über das Nationalstrassennetz (Netzbeschluss) (admin.ch))

Im Infrastrukturnetz werden die Strassen mit dem Buchstaben N und einer Nummer bezeichnet. Das N steht dabei für Nationalstrasse. Die Strecke von Genf nach St. Margrethen beispielsweise heisst N1, jene zwischen Basel und Chiasso N2 usw. Daneben gibt es aber auch Nationalstrassen, die noch einen zusätzlichen Buchstaben haben wie beispielsweise N1R. Dies sind Zubringerstrecken zu den Nationalstrassen – die erwähnte N1R ist übrigens der Autobahnzubringer von Aarau zur N1 bei der Verzweigung Aarau-Ost.

Bezeichnung kann sich auf der Strecke ändern

Nebst dem Infrastrukturnetz gibt es das Betriebsnetz. Bei diesem wird bei den Nationalstrassen unterschieden zwischen A und H. A bezeichnet die Autobahnen und Autostrassen, H wie Hauptstrasse die übrigen Nationalstrassen. Oder anders ausgedrückt: A sind Nationalstrassen 1. und 2. Klasse – also jene Strassen, die grün signalisiert sind und wo eine Vignette nötig ist – H sind Nationalstrassen 3. Klasse. Diese sind wie die kantonalen Strassen blau signalisiert.

Eine Nationalstrasse kann auf gewissen Abschnitten ihre Bezeichnung ändern. So ist die N6 beispielsweise zwischen Biel und Spiez die A6, dann hinauf bis Kandersteg und auf der anderen Seite des Lötschbergs bis Gampel die H6.

Nur zwei Nationalstrassen mit konkreten Namen

Und übrigens: Es gibt zwei Nationalstrassen, die neben der offiziellen Bezeichnung noch einen volkstümlichen Namen tragen. So wird die A16 auch “Transjurane” genannt. Das hat historische Gründe: Die Politiker der Region träumten lange von einer Verbindungsstrasse zwischen Biel und Frankreich, die durch den Jura führen würde, eben die “Transjurane”. Dieser Name hat sich in der Bevölkerung durchgesetzt und blieb bestehen, als das Autobahnprojekt 1984 ins Nationalstrassennetz aufgenommen wurde.

Die zweite Nationalstrasse mit eigenem Namen ist die A15, die “Oberlandautobahn”. Sie heisst so, weil sie das Zürcher Oberland erschliesst. Diese Autobahn lag lange in der Zuständigkeit des Kantons Zürich. Im Rahmen der Erweiterung des Nationalstrassennetzes kam sie per 1. Januar 2020 in die Obhut des Bundes. Auf diesen Zeitpunkt hin wurde sie von A53 in A15 respektive N15 umbenannt – in der Bevölkerung blieb sie aber die “Oberlandautobahn”…

Daneben gibt es auch noch Autobahnen in der Schweiz, die eine Bezeichnung mit dem Buchstaben E und einer Nummer tragen. Das sind sogenannte Europastrassen. Das ist aber eine andere Geschichte…

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