Wie eine Autobahn stadtverträglicher wird

Die A1 führt im Westen Zürichs bis weit in die Stadt hinein. Zurzeit wird der Abschnitt zwischen Schlieren und der Europabrücke in Zürich-Altstetten umfassend saniert. Ein grosses Augenmerk wird auf die Quartierverträglichkeit gelegt.

Wer von Westen herkommend mit dem Auto in die Stadt Zürich hineinfährt, wird diesen Abschnitt der A1 zwischen Schlieren und der Europabrücke in Zürich Altstetten kennen. Noch vor dem Verlassen der Autobahn befindet man sich bereits in einer recht dicht bebauten und bewohnten Umgebung. Dieser Umstand prägt die derzeitige Instandsetzung dieses rund 1.5 Kilometer langen Nationalstrassenabschnitts. Er entstand vor rund 50 Jahren und bildet so etwas wie das Tor Zürichs zur westlichen Schweiz. Die aktuelle Instandsetzung beinhaltet nicht nur eine Lärm- und Belagssanierung, sondern strebt eine bessere Einbettung der A1 in ihre städtische Umgebung an. Dies bringt gewisse Besonderheiten mit sich, die es bei «normalen» Sanierungen von Nationalstrassen sonst nicht gibt. So entsteht zum Beispiel ein 3.5 Meter breiter Mittelstreifen mit Bäumen. Ein solcher Mittelstreifen ohne den üblicherweise bei Autobahnen vorgeschriebenen Sicherheitseinrichtungen wie zum Beispiel Leitschranken, oder Pannenstreifen ist nur möglich, weil dort künftig Höchstgeschwindigkeit 60 km/h gelten wird. Dadurch verändert sich der Charakter dieses Nationalstrassenabschnitts weg von einer klassischen Autobahn hin zu einem (leistungsfähigen) städtischen Boulevard.

Projektleiter Mischa Müller hält dazu fest: «Statt einer rein technischen Trennung entsteht hier ein bepflanzter Raum mit Bäumen und Grünflächen. Dies verbessert das Mikroklima, reduziert Hitzeinseln, bindet Feinstaub und wertet das Ortsbild auf.»

Eine besondere Lärmschutzwand

Ein weiterer Schwerpunkt zugunsten einer verbesserten Quartierverträglichkeit bildet künftig die 4.5 Meter hohe und 850 Meter lange sowie transparente Lärmschutzwand. Diese erhält unter Beteiligung der Stadt Zürich eine spezielle Füllung zur visuellen Aufwertung. Die Lärmschutzwand besteht aus behandelten Glaselementen, die einen Filter zwischen der Autobahn und dem Quartier Grünau bilden und das Geschehen auf beiden Seiten der Wand widerspiegeln. Diese Glasscheiben fangen ständig wechselnde Bilder der Umgebung ein – sie reflektieren Licht, Bewegungen der Fahrzeuge und Menschen. Mit jedem Blickwinkel und je nach Tages- und Jahreszeit entstehen neue Kombinationen aus Farben und Licht. «Das Projekt zeigt, wie Nationalstrasseninfrastruktur mit ökologischen und städtebaulichen Qualitäten kombiniert werden kann – ein innovativer Ansatz des ASTRA zur Integration von Verkehr, Umwelt und Lebensraum», fasst Mischa Müller das Vorhaben zusammen.

Bereits fertiggestellt ist die neue Strassenabwasserbehandlungsanlage (SABA). Sie befindet sich auf Höhe des Anschlusses Schlieren (Fahrtrichtung Bern) und wird im Verlaufe dieses Jahres nach dem Anwachsen des Schilfes in Betrieb genommen. Diese reinigt das Strassenabwasser, das unter anderem durch Pneuabrieb und Abfall verschmutzt ist. Bis Ende Frühling 2027 werden die Arbeiten zwischen Schlieren und der Europabrücke abgeschlossen sein.

Die am Schlieren-Anschluss in Richtung Bern erbaute SABA.

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