Klebebandrollen und Betonklötze für mehr Sicherheit
Wenn im Frühling auf Schweizer Autobahnen die Baustellen eingerichtet werden, muss die Verkehrsführung dafür angepasst werden. Die leuchtend orange Markierung sticht ins Auge. Doch wie wird sie angebracht und welche weiteren Elemente sorgen dafür, dass Baustellen sicher durchfahren werden können?
Sobald es im Frühling das Wetter zulässt, werden auf Schweizer Autobahnen die Baustellen und damit auch die Verkehrsführung dafür wieder eingerichtet. Den Verkehr auf einer Autobahn neben einer Baustelle durchzuführen, damit die Logistik funktioniert und die Sicherheit für den Verkehr wie auch für die Arbeiter gewährleistet bleibt, ist eine Kunst für sich. Dabei gibt es einiges zu beachten.
Die meisten Autobahnabschnitte verfügen über zwei Fahrspuren pro Richtung. Damit Baustellen keinen Stau verursachen, sollen auch während der Arbeiten die zwei Fahrspuren erhalten bleiben. Um für alles genügend Platz zu haben, werden die Fahrspuren etwas schmaler markiert. Die Normalspur bleibt etwas breiter als die Überholspur, denn hier soll es auch Platz haben für Lastwagen. Die neue Verkehrsführung wird mit einer leuchtend orangen Farbe markiert. Dabei gibt es zwei Methoden, diese anzubringen: Kleben oder Spritzen. Sie haben beide unterschiedliche Vor- und Nachteile.

ASTRA Autobahnbaustelle PUN A6 Wankdorf Muri am 01.07.2021 in Bern. Foto: Raphael Moser / relational.ch
Kleben oder Spritzen
Beim Spritzen der Markierung ist das Vorgehen ähnlich wie bei der normalen, weissen Markierung. Die Farbe wird mit einem speziellen Gerät einfach auf die Fahrbahn gespritzt. Der Vorteil hier ist, dass das Anbringen weniger stark vom Wetter abhängig ist. Sie hält auch länger und verrutscht nicht. Der grosse Nachteil ist, dass die Markierung weggefräst werden muss. Dabei entstehen leichte Unebenheiten. Deshalb kann die Markierung nur auf einem alten Belag gespritzt werden, der im Verlauf der Arbeiten noch ersetzt wird. Die andere Möglichkeit ist das Kleben der Markierung. Die Markierung ähnelt einer riesigen, orangen Klebebandrolle. Der Vorteil hier ist, dass die Markierung fast rückstandsfrei entfernt werden kann. Sie wird deshalb überall dort eingesetzt, wo schon der neue Belag eingebaut ist. Für das Kleben der Markierung muss der Boden allerdings trocken sein, was die Planung erschwert und manchmal zu kurzfristigen Verschiebungen führt. Sie nützt sich zudem schneller ab und kann auch verrutschen, wenn auf ihr gebremst wird. Die Markierung muss deshalb manchmal neu geklebt werden.
New Jersey in der Schweiz
Die Markierung ist definitiv das wichtigste Instrument, um den Verkehrsteilnehmenden anzuzeigen, wo die Spuren durchführen. Zum Schutz der Arbeiter und auch der Verkehrsteilnehmenden ist es aber auch wichtig, dass der Fahrbereich von der Baustelle sauber abgetrennt ist. Dafür kommen häufig sogenannte New-Jersey-Elemente zum Zug. Ursprünglich in New Jersey entwickelt, werden sie heute auf der ganzen Welt eingesetzt. Im Prinzip sind das schwere Betonklötze, die einfach hingestellt und somit auch ohne Rückstände wieder entfernt werden können. Da die einzelnen Elemente miteinander verbunden sind, schützen sie die Arbeiter trotzdem sicher, falls ein Fahrzeug mal die Spur verlassen sollte. Auf diese Elemente wird dann ein Sichtschutz montiert. So ist man nicht verführt, den Arbeitern zuzuschauen, sondern kann sich voll und ganz auf die Strasse konzentrieren und es entsteht nicht unnötiger Stau durch «Gaffer».
Sicherheit als oberstes Gebot
Die Markierung und die Rückhaltesysteme sorgen – in Zusammenarbeit mit der Signalisation, die hier nicht erwähnt wurde – dafür, dass die Sicherheit für die Verkehrsteilnehmenden wie auch für die Arbeiter stets gewährleistet ist. Trotzdem ist es weiterhin wichtig, in Baustellen konzentriert und aufmerksam zu fahren, denn die Fahrspuren sind weniger breit und die Verkehrsführung folgt nicht dem gewohnten Verlauf. Damit alle sicher nach Hause kommen.
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