56 Stunden und kein Spielraum für Unvorhergesehenes

Fünf Wochenenden ab September werden auf der Osttangente Basel zur logistischen Herausforderung: Für den Einbau des Deckbelags muss jeweils eine Spur pro Fahrtrichtung gesperrt werden. Innerhalb von 56 Stunden muss alles zusammenpassen, damit am Montag um 5 Uhr alle Spuren offen sind.

Für den Verkehr sind zwei Spuren Richtung Norden und zwei Spuren Richtung Süden offen – so lautet die Devise im Erhaltungsprojekt Osttangente Basel. Und dies trotz engster Platzverhältnisse für den Bau. Spurabbauten erfolgen nur in Ausnahmefällen, beispielsweise aus Sicherheitsgründen. Eine Bauphase mit mehreren solcher Ausnahmefälle startet nun im September. «Die Bauarbeiten an den Brücken sowie im Tunnel Schwarzwald sind nahezu abgeschlossen. Als einer der letzten grösseren Punkte steht nun der Einbau des Deckbelags an. Da dies unter Verkehr nicht möglich ist und wir dafür Spuren sperren müssen, wird diese Phase eine grosse Herausforderung», erklärt Gesamtprojektleiter Götz Schackenberg.

Bauen mit Spurabbau unter der Woche ist aufgrund der Bedeutung der Osttangente für die trinationale Region Basel nicht möglich. Deshalb konzentrieren sich die Arbeiten auf insgesamt fünf Wochenenden. «An diesen Wochenenden haben wir quasi keine Marge für Unvorhergesehenes. Auch eine trockene Witterung ist Voraussetzung», so Schackenberg weiter. Der Belag muss eingebracht werden und trocknen, damit der Verkehr jeweils am Montagmorgen wieder rollen kann.

Deshalb wird der Entscheid, ob eine Etappe durchgeführt wird, so spät wie möglich getroffen – am Donnerstagmittag. Dann entscheidet sich, ob die Produktion des Asphalts hochgefahren, der Verkehrsdienst aufgeboten und die Einrichtung der temporären Signalisation gestartet wird. Auch die gesamte Logistik der benötigten Baumaschinen, die schweizweit zum nahe gelegenen Installationsplatz und von dort auf die Osttangente transportiert werden, hängt von diesem «Go»-Entscheid ab.

«Neben dem erfolgreichen und zeitgerechten Einbau des Belags haben wir noch ein zweites Ziel», erklärt der Gesamtprojektleiter: «Wir wollen den Verkehr so flüssig wie möglich an der Baustelle vorbeiführen.» Eine grosse Herausforderung, wenn man bedenkt, dass die A2 in Basel stark frequentiert ist und für die Arbeiten auf der Autobahn je eine Spur pro Fahrtrichtung gesperrt werden muss. Den Kapazitätsverlust muss während dieser Wochenenden das lokale Netz in der Schwarzwaldallee ausgleichen. Allein über 100 Personen des Verkehrsdienstes stellen sicher, dass der Verkehr auf der Ausweichroute vorankommt und Bus und Tram nicht stecken bleiben.

Der Einsatz des Verkehrsdienstes beschränkt sich jedoch nicht auf das unmittelbare Umfeld der Baustelle: Auch in Birsfelden sorgt er für einen möglichst reibungslosen Verkehrsfluss. Denn der Asphalt wird vom Belagswerk Rinau in Kaiseraugst auf die Baustelle transportiert. Damit die Lastwagen rechtzeitig ankommen und nicht im Stau stecken bleiben, erhält das ASTRA laut Schackenberg Unterstützung vom Rheinhafen und der Gemeinde Birsfelden. «Diese Alternativroute sichert eine zeitgerechte Lieferung und hilft uns enorm, den engen Zeitplan bis Montagmorgen einzuhalten.»

Bei aller Theorie und Modellrechnung: Am ersten September-Wochenende wird sich in der Realität zeigen, ob alles so funktioniert, wie geplant. Denn gemessen wird das ASTRA am Ende nicht nur am erfolgreichen Einbau des Belags, sondern auch daran, ob der Verkehr in und um Basel reibungslos funktioniert hat.

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