Schneller am Ziel dank einfachen Gewohnheiten

2025 wurden auf den Schweizer Strassen über 68’000 Staustunden verzeichnet. Das Bundesamt für Strassen (ASTRA) ergreift eine Reihe von Massnahmen, um den Verkehrsfluss zu verbessern. Doch auch die einzelnen Verkehrsteilnehmenden können ihrerseits einen kleinen Beitrag dazu leisten. Hier erfahren Sie wie.

Immer mehr Verkehr, immer mehr Staus: 2025 wurden auf den Nationalstrassen mit 30,3 Milliarden Fahrzeugkilometern und 68’040 Staustunden neue Rekordwerte erzielt. Obwohl die Nationalstrassen nur rund 3 Prozent des Schweizer Strassennetzes ausmachen, bewältigen sie 45 Prozent des Verkehrs.

Mit einer Reihe von Massnahmen wie zum Beispiel der Umnutzung von Pannenstreifen oder Anlagen zur Geschwindigkeitsharmonisierung will das ASTRA Abhilfe schaffen; mittels punktueller Anpassungen lassen sich ferner Engpässe massgeblich entschärfen. Durch die Einhaltung einfacher Verhaltensregeln kann aber auch jede Automobilistin und jeder Automobilist zur Verflüssigung des Verkehrs beitragen.

Keine Spurwechsel bei dichtem Verkehr

Bei hohem Verkehrsaufkommen sind viele Verkehrsteilnehmende versucht, die Spur zu wechseln. Doch genau dieses Fahren im Zickzack verschlimmert die Lage für den gesamten Verkehr. Sigrid Pirkelbauer, Bereichsleiterin Verkehrs- und Innovationsmanagement beim ASTRA, erklärt weshalb: «Wenn beim Wechsel auf die linke oder rechte Fahrspur zu wenig Platz vorhanden ist, wird das von hinten herannahende Fahrzeug gezwungen zu bremsen, manchmal sogar brüsk. In der Folge müssen die nachfolgenden Autos ihre Geschwindigkeit ebenfalls verlangsamen, was zu einer Kettenreaktion führt. Dadurch kann sich ein Stau bilden.» Aus diesem Grund ist es sinnvoll, auf seiner Spur zu bleiben, wenn auf einem Abschnitt dichter Verkehr herrscht.

Reissverschlussprinzip anwenden

Bei einer Fahrstreifenreduktion ist es besser, erst im letzten Moment in die verbleibende Spur einzubiegen: Auf diese Weise kann die gesamte verfügbare Länge genutzt werden. Manche Automobilistinnen oder Automobilisten hindern jedoch die anderen Verkehrsteilnehmenden daran, sich vor ihnen einzureihen, was Staus verursacht: «Gewisse Fahrzeuglenkerinnen oder -lenker denken, dass die anderen Autos solche Situationen ausnutzen, um sich «vorzudrängeln». In Tat und Wahrheit ist der durch das Überholen erzielte Zeitgewinn minimal und beträgt auf die gesamte Strecke gesehen nur einige wenige Sekunden», betont Sigrid Pirkelbauer. Wird hingegen einem Fahrzeug das Überholen verweigert, führt dies zu Staus und einem Zeitverlust von mehreren Minuten. Bei einer Reduktion von zwei auf eine Fahrspur gilt das Reissverschlussprinzip: Die Fahrzeuge beider Spuren ordnen sich abwechselnd ein. «Wird das Reissverschlussprinzip korrekt umgesetzt, lassen sich Staus vermeiden.»

Angezeigte Geschwindigkeiten einhalten

Auf Autobahnen bringt das ASTRA Geschwindigkeitsharmonisierungs- und Gefahrenwarnanlagen (GHGW) an; langfristig sollen über 2000 Autobahnkilometer damit ausgestattet werden. Sobald der Verkehrsfluss einen bestimmten Schwellenwert übersteigt, wird die zulässige Höchstgeschwindigkeit automatisch auf 100 oder sogar 80 km/h gesenkt, um den Verkehr zu verflüssigen. Schneller ans Ziel kommen, indem man langsamer fährt? Wie ist das möglich? «Auf diese Weise wird der Geschwindigkeitsunterschied zwischen langsam und schnell fahrenden Fahrzeugen ausgeglichen. Brüskes Abbremsen und Beschleunigen lässt sich dadurch verringern, es kommt zu deutlich weniger Überholmanövern und folglich zu einer ausgeglicheneren Verteilung des Verkehrs auf der Normal- und der Überholspur, was zu einem insgesamt besseren Verkehrsfluss führt», erklärt Sigrid Pirkelbauer. «All dies hilft, Staus zu vermeiden.» Durch die Einhaltung der von den GHGW angezeigten Geschwindigkeiten sinkt für die Verkehrsteilnehmenden nicht nur das Risiko einer Busse, sondern sie verbessern auch den Verkehrsfluss und die Sicherheit auf den Strassen.

Flüssiges Fahren dank Antizipation

«Phantomstaus» sind Staus, die ohne erkennbare Ursache entstehen: weit und breit keinen Unfall und keine Spurreduktion. Ausgelöst werden solche Überlastungen häufig durch brüskes Bremsen: Bremst ein Auto abrupt, müssen alle nachfolgenden Lenkerinnen und Lenker ebenfalls aufs Bremspedal treten, manchmal bis zum Stillstand. Daher ist Voraussicht und das Beobachten des vorausfahrenden Verkehrs ein wertvolles Mittel zur Vermeidung von Vollbremsungen.

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1 Kommentar
  1. Andreas S. sagte:

    Ein wichtiges Thema, denn die Umsetzung kleiner Massnahmen wie diesen könnte grosse positive Auswirkungen haben.

    Ich fände es gut wenn diese Themen bereits in der Theorieprüfung des Führerausweises zumindest erwähnt werden.
    Vielleicht eine Infokampagne mit Hinweistafeln an stauanfälligen Stellen könnte auch helfen, ich finde, dass an Stellen mit einer Reissverschlussverfagren-Tafel, dieses öfter durchgeführt wird als an Orten ohne. Im Ende ist die schwierigste Hürde, dass Autofahrer solche Regeln/Verhalten einfach schnell wieder vergessen, wenn sie nicht drauf hingewiesen werden.

    Ich bleibe optimistisch, dass in der Zukunft diese Massnahmen häufiger tatsächlich angewendet werden.

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