Verkehr am Gotthard: dynamische Verkehrssteuerung bewährt sich
Die im Sommer 2022 zunächst provisorisch eingerichtete Sonderspur auf der A2 zwischen Quinto und Airolo wird nun dauerhaft eingeführt. Wir blicken auf die Etappen zurück, die zur Entstehung dieses Projekts geführt haben. Das Ziel: den Verkehr am Gotthard zu verflüssigen.
Nachdem die im Sommer 2022 begonnene Testphase erfolgreich abgeschlossen wurde, wird die Sonderspur Airolo/Pässe auf der A2 zwischen Quinto und Airolo nun zu einem festen Bestandteil des Verkehrsmanagements am Gotthard. Das Projekt entstand als Antwort auf ein konkretes Problem: die langen Staus vor dem Südportal des Gotthardtunnels und der daraus resultierende Ausweichverkehr auf der Kantonsstrasse durch die umliegenden Ortschaften der oberen Leventina.
Bereits die erste provisorische Version der Sonderspur zeigte positive Effekte. Donatella Villano, Projektleiterin im Bereich Tiefbau beim ASTRA, bestätigt: «Die gesammelten Daten zeigten von Beginn an, dass an den Tagen, an denen die Sonderspur geöffnet war, rund 50 Prozent der Verkehrsteilnehmenden, die sonst die Kantonsstrasse gewählt hätten, auf der Autobahn blieben und dieser neuen Spur folgten. Ein Trend, der sich auch in den folgenden Sommern bestätigte.»
Von der Testphase zur definitiven Lösung
Die 2022 gesammelten Erfahrungen bildeten den Ausgangspunkt für umfangreiche technische und betriebliche Analysen. Das ASTRA untersuchte die Verkehrsströme sowie die Verständlichkeit der Signalisation und verbesserte das System in den folgenden Saisons schrittweise. 2023 wurde die provisorische Version optimiert, wobei die manuelle Steuerung beibehalten wurde. Zudem wurde die Strecke bis zum Anschluss Quinto verlängert, um den Verkehrsfluss zu verbessern.
Das ASTRA setzte seine Analysen in den folgenden Sommern fort, was schliesslich zur Ausgestaltung der definitiven Streckenführung führte. Die Verkehrsmanagementzentrale (VMZ) des ASTRA erhielt die Aufgabe, die Sonderspur abhängig vom tatsächlichen Verkehrsaufkommen auf nationaler und lokaler Ebene dynamisch zu steuern.
Seit dem 13. Mai 2026 ist die definitive Sonderspur in Betrieb: Der Pannenstreifen kann dynamisch und halbautomatisiert als Fahrspur für Verkehrsteilnehmende Richtung Airolo sowie Gotthard- und Nufenenpass freigegeben werden. Italo Broggini, Verantwortlicher für Betriebs- und Sicherheitsausrüstungen beim ASTRA, erläutert die Funktionsweise: «Seit diesem Jahr sind entlang der Autobahn Sensoren in Betrieb, die die Verkehrssituation erfassen und der VMZ mitteilen, ob die Fahrspur freigegeben werden kann. Anschliessend entscheiden die Verkehrsoperatorinnen und Verkehrsoperatoren in Zusammenarbeit mit der Kantonspolizei je nach Verkehrsaufkommen, ob sie die Spur aktivieren oder nicht.»

Neue Umfahrung der Raststätte verbessert Sicherheit und Verkehrsfluss
Zu den wichtigsten baulichen Massnahmen gehört die neue Streckenführung, die die Raststätte San Gottardo Sud umfährt. «Auf diese Weise werden die ein- und ausfahrenden Verkehrsströme der Raststätte von der Sonderspur getrennt, was der Sicherheit und dem Verkehrsfluss zugutekommt», erklärt Donatella Villano.
Das Projekt wurde vom Bund mit rund 25 Millionen Franken finanziert und ist ein konkretes Beispiel für das Engagement des ASTRA, den Verkehr auf der Nord-Süd-Achse effizienter zu gestalten und die Ortschaften vom Ausweichverkehr zu entlasten. Die Sonderspur trägt dazu bei, die grossen Tourismus- und Transitverkehrsströme intelligenter und sicherer zu lenken. Gleichzeitig bietet sie Verkehrsteilnehmenden mit Ziel Airolo und Pässe eine Alternative, ohne die Autobahn verlassen zu müssen.







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