Gemeinsam für attraktive Fusswege

In Sitten VS verbindet eine Fuss- und Velobrücke heute Stadtzentrum und Spitalgebiet. Das Projekt zeigt exemplarisch, wie die Zusammenarbeit von Bund, Kanton und Gemeinde den Fussverkehr stärkt und gleichzeitig die Verkehrsplanung vereinfacht.

Wer zu Fuss unterwegs ist, nutzt die ursprünglichste Form der Mobilität. Gleichzeitig bildet der Fussverkehr die Grundlage jedes Verkehrssystems – ob auf dem Weg zur Bushaltestelle, zum Bahnhof, zur Schule oder zum Arbeitsplatz. Attraktive Fusswege erhöhen die Lebensqualität, stärken Ortszentren und ermöglichen selbstständige Mobilität für Menschen jeden Alters.

Als Fachbehörde des Bundes für den Langsamverkehr engagiert sich das Bundesamt für Strassen (ASTRA) auch für den Fussverkehr. Mit dem Bundesgesetz über Fuss- und Wanderwege wurden vor rund 40 Jahren die Grundlagen für ein sicheres und zusammenhängendes Fusswegnetz geschaffen. Während Kantone und Gemeinden die Netze planen, bauen und unterhalten, unterstützt das ASTRA sie mit gesetzlichen Grundlagen, Fachwissen und praxisnahen Hilfsmitteln.

Zusammenarbeit mit Wirkung

«Der Fussverkehr ist ein zentraler Bestandteil eines funktionierenden Verkehrssystems. Gemeinsam mit Kantonen und Gemeinden schaffen wir die Voraussetzungen für sichere, attraktive und direkte Fusswegverbindungen», erklärt Anita Schnyder, Fachspezialistin Fussverkehr beim ASTRA.

Wie diese Zusammenarbeit konkret wirkt, zeigen zahlreiche Projekte in der ganzen Schweiz. Entlang der Nationalstrassen ist das ASTRA bei der Planung und Umsetzung von Bauten für den Fussverkehr oft direkt beteiligt. Zudem unterstützt es Kantone und Gemeinden dabei, den Fussverkehr in ihre Verkehrsplanung einzubeziehen und mit anderen Verkehrsträgern zu verknüpfen. So entstehen Lösungen, die sowohl den Fussgängerinnen und Fussgängern als auch dem Gesamtverkehr zugutekommen.

Beispiel aus Sitten: Eine Win-Win-Situation für alle Verkehrsteilnehmenden

In Sitten zeigt eine kombinierte Fuss- und Velobrücke über die Autobahn A9, wie Bund, Kanton und Gemeinde gemeinsam Lösungen für den Langsamverkehr entwickeln können. Die im Dezember 2023 eröffnete Brücke verbindet das Stadtzentrum von Sitten mit dem Gesundheitscampus, welcher aus dem Kantonsspital und verschiedenen Hochschulen besteht, und schafft dadurch eine direkte und sichere Verbindung für Fussgängerinnen und Fussgänger.

Die im Dezember 2023 eröffnete Fuss- und Velobrücke verbindet das Stadtzentrum von Sitten mit dem Gesundheitscampus und schafft dadurch eine direkte und sichere Verbindung für Fussgängerinnen und Fussgänger.

Finanziert wurde das Projekt durch den Kanton Wallis, die Stadt Sitten, das Unternehmen Sogaval sowie das Programm Agglomerationsverkehr (PAV) des Bundes. Letzteres wird über den Nationalstrassen- und Agglomerationsverkehrs-Fonds (NAF) des Bundes mitfinanziert. Die Brücke ist heute im Eigentum der Stadt Sitten. Das ASTRA begleitete und unterstützte das Projekt während des Architekturwettbewerbs, um zur bestmöglichen Gestaltung der Brücke beitragen zu können. Zudem stand es den Beteiligten bei Planung und Umsetzung fachlich und organisatorisch zur Seite. Die enge Zusammenarbeit war besonders wichtig, weil die Brücke grösstenteils auf Grundstücken des ASTRA verläuft.

Thomas Gut, Bereichsleiter Projektmanagement Süd der ASTRA-Infrastrukturfiliale in Thun, war von Beginn an in das Projekt eingebunden. Er zieht ein positives Fazit: «Die Passerelle schafft nicht nur eine attraktive und sichere Verbindung für Fussgängerinnen, Fussgänger und Velofahrende. Dank der separaten Führung des Langsamverkehrs können wir den Autobahnanschluss Sitten-Ost effektiver für den weiterwachsenden motorisierten Individualverkehr und den öffentlichen Verkehr optimieren. Das ist eine Win-Win-Situation für alle Verkehrsteilnehmenden!»

Jährliche Fachtagung zum Fussverkehr
Ebenfalls in Sitten fand am 25. Juni 2026 die Fachtagung Fussverkehr statt. Der Fachverband Fussverkehr Schweiz organisiert jährlich im Auftrag des ASTRA eine Tagung zum Fussverkehr. Sie bringt Fachleute aus Planung, Städtebau, Ingenieurwesen und Politik zusammen, fördert den Erfahrungsaustausch und zeigt konkrete Lösungsansätze für aktuelle Herausforderungen auf. Dieses Jahr stehen die Auswirkungen des Klimawandels auf die Fussverkehrsinfrastruktur im Zentrum des Anlasses.
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