Neuer Stollen, neue Technik, mehr Sicherheit

Die Gesamterneuerung des Kerenzerbergtunnels verfolgt ein klares Ziel: die Sicherheit für Verkehrsteilnehmende weiter zu erhöhen. Dies wird durch neue Fluchtwege, moderne technische Anlagen und bauliche Anpassungen erreicht.

Der Kerenzerbergtunnel gehört mit einer Länge von rund 5’700 Metern zu den längeren Autobahntunneln der Schweiz. Seit seiner Eröffnung im Jahr 1986 fanden keine grösseren Unterhaltsarbeiten statt. Um den Tunnel an die heutigen Richtlinien und Normen anzupassen und die Sicherheit zu erhöhen, wird er zwischen 2020 und 2028 umfassend erneuert.

Die Gesamterneuerung umfasst zwei aufeinanderfolgende Hauptmassnahmen: den Neubau eines Sicherheitsstollens und die Instandsetzung des Tunnels. Die Umsetzung dieser Massnahmen stellt hohe Anforderungen an die Verantwortlichen: «Mit der Erhöhung der Sicherheit im fünftlängsten Nationalstrassentunnel der Schweiz müssen besondere planerische wie auch bauliche Herausforderungen bewältigt werden», betont ASTRA-Projektleiter Andreas Weidinger.

Der neue Sicherheitstollen

Der Sicherheitsstollen wurde im Herbst 2025 fertiggestellt. Dieser verläuft parallel zum Tunnel und erfüllt zwei zentrale Funktionen: Einerseits dient er im Ereignisfall als Fluchtweg, andererseits als Abluftkanal. Alle 300 Meter verbinden Querverbindungen den Fahrraum mit dem Sicherheitsstollen und ermöglichen eine schnelle Evakuation. Im Brandfall werden Rauchgase über die Abluftstollen in den Abluftkanal des Sicherheitsstollens aus dem Tunnel abgesaugt, während die Fluchtwege dank des permanenten Überdrucks im Sicherheitsstollen rauchfrei bleiben.

Portalgalerie und Steinschlagschutznetze

Das Projekt befindet sich aktuell in der zweiten Phase. «Mit der Sanierung der Escherkanalbrücke und dem Rückbau der Portalgalerie haben Anfang März 2026 die Instandsetzungsarbeiten am Kerenzerbergtunnel begonnen.», erklärt Weidinger. Der Rückbau der Galerie ist notwendig, da sie nicht mehr den heutigen Anforderungen entspricht. Als Ersatz dienen Steinschlagschutznetze, die bereits installiert wurden. Ein weiterer Schritt sind die Vorbereitungsarbeiten für den Rückbau der Zwischendecke, die im Sommer 2026 beginnen wird. Die Zwischendecke trennt den Fahrraum vom Lüftungskanal. Da die Lüftung künftig über den Sicherheitsstollen erfolgt, kann die Zwischendecke entfernt werden.

Die Zwischendecke wird zurückgebaut.

Modernisierung der Betriebs- und Sicherheitsausrüstung

Die Energieversorgung, Beleuchtung, Tunnellüftung, Signalisation sowie Brandmelde- und Überwachungsanlagen werden ebenfalls umfassend erneuert. Zusätzlich wird eine neue Löschwasserversorgung installiert und ein modernes Entwässerungssystem eingerichtet, das sauberes Bergwasser und verschmutztes Tunnelwasser getrennt ableitet.

Um die Auswirkungen auf den Verkehr gering zu halten, erfolgen die Instandsetzungsarbeiten bewusst in der Nacht. Zu verkehrsreichen Zeiten an Wochenenden und Feiertagen bleibt der Tunnel grundsätzlich offen. Aufeinander abgestimmte Bauphasen sowie angepasste Verkehrsführungen tragen zudem dazu bei, den Verkehrsfluss weitgehend aufrechtzuerhalten.

Mit der Gesamterneuerung des Kerenzerbergtunnels setzt das ASTRA seinen Auftrag um, die Sicherheit in den Tunneln des Nationalstrassennetzes zu erhöhen und an die heute gültigen Normen anzupassen.

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