Update abgeschlossen – die ASTRA Bridge 2.0 im Test
Im Winter erhielt die ASTRA Bridge einen technischen Feinschliff, nun laufen die Fahrtests in Interlaken. Sie sollen zeigen, dass die Neuerungen beim nächsten Einsatz funktionieren und wie enge Kurven die Brücke fahren kann.
Wer kennt sie nicht, die ASTRA Bridge – eine mobile Brücke für Autobahnsanierungen. Sie ermöglicht, dass der Verkehr doppelspurig über die Baustelle fährt, während unten der Belag erneuert wird. Dass sie ihren Zweck erfüllt, hat sie bei ihrem Einsatz im Jahr 2024 gezeigt. Über 140 Tage lang war sie auf der A1 zwischen Recherswil und Luterbach unterwegs. Das Ergebnis: Der Verkehr war kaum beeinträchtigt. Die Verzögerungen waren minimal.

Innovatives Konstrukt
Ein Konstrukt wie die ASTRA Bridge gab es bisher nicht. Sie ist eine echte Innovation. Allerdings: «Eine Innovation ist nicht von Anfang an perfekt», weiss Projektleiter Jürg Merian. «Wo es hapern kann, zeigt sich meist erst im Einsatz.» Er verweist auf vereinzelte technische Störungen beim Einsatz in Recherswil. Dazu gehörten Probleme mit dem GPS-System oder mit den vielen elektrischen Steckverbindungen, die bei Regen und Nässe wiederholt zu Systemausfällen führten.
Optimierung der Brücke
Diese technischen Probleme hat das Team der Nationalstrassen Nordwestschweiz AG (NSNW) im Rahmen einer gezielten Weiterentwicklung nun behoben. So erhielt die ASTRA Bridge in den letzten Monaten ein völlig neues GPS-System und rund 300 wasserresistente Steckverbindungen. Das neue GPS-System soll den einwandfreien Empfang von Signalen auch bei einer Unterführung oder hinter einer Lärmschutzwand garantieren. Merian: «Das ist wichtig, damit wir die Anlage präzise steuern und fahren lassen können. Wir hoffen, dass es beim nächsten Einsatz reibungslos klappt.»
Das GPS-System wurde verbessert und die Wasserdichtigkeit der Steckverbindungen optimiert.
Testphase läuft
Doch Hoffnung allein reicht nicht. Gewissheit muss her. Deshalb finden seit dem 9. März 2026 auf dem stillgelegten Flugfeld in Interlaken umfassende Fahrtests statt. «Wir prüfen die Brücke auf Herz und Nieren», sagt Projektleiter Merian. Funktioniert das GPS? Sind die Steckverbindungen dicht? Läuft die Datenübertragung wie gewünscht? Werden die 180 Räder koordiniert angetrieben? Die entsprechenden Daten werden in den nächsten Wochen gesammelt, während die Brücke in Bewegung ist. Allerdings hat sich schon beim Aufbau der ASTRA Bridge gezeigt, dass die vorgenommenen Optimierungen greifen: Die Steckverbindungen halten und übermitteln die Daten wie gewünscht. Das GPS-Signal ist weitgehend stabil.

Kurven fahren
Das Projektteam will in den nächsten Wochen ausserdem ausloten, was aus der Brücke sonst noch rauszuholen ist. Zum Beispiel wird geprüft, welche Radien die ASTRA Bridge fahren kann, ohne dass sich die einzelnen Metallteile aneinander reiben. Denn wenn die Brücke von einer Fahrbahn auf die andere wechseln muss, sollte sie möglichst enge Kurven fahren können. Ob es unbedingt Slalomkurven sein müssen? Wohl eher nicht.
Antworten auf diese und weitere Fragen werden die Fahrtests liefern. Die Messwerte werden nach Beendigung der Testphase am 17. April 2026 final ausgewertet, sodass die Erkenntnisse beim nächsten Einsatz im Juni auf der A2 in der Nordwestschweiz einen echten Nutzen bringen.










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