ASTRA Bridge: Oben fahren, unten bauen
Im März wurde sie in Interlaken getestet, nun steht sie auf der A2 bei Arisdorf: Die ASTRA Bridge ist bereit für ihren nächsten Einsatz. Unter der mobilen Brücke wird der Fahrbahnbelag der Normalspur in beiden Fahrtrichtungen erneuert.
Sie ist wieder da, die ASTRA Bridge: Die Brücke für Autobahnsanierungen hat am letzten Wochenende ihre Position bei Arisdorf bezogen. Bis Ende August 2026 steht sie zwischen dem Anschluss Arisdorf und Giebenach im Einsatz. Auf diesem Abschnitt muss die Normalspur mit einem neuen Belag versehen werden.
In rund 50 Etappen arbeitet sich die Stahlkonstruktion durch den Abschnitt. Insgesamt werden mehr als fünf Kilometer Fahrbahn mit der ASTRA Bridge saniert. Zunächst in Richtung Norden, später wieder in Richtung Süden. Während unter der Brücke gebaut wird, fährt der Verkehr über die Baustelle hinweg.
«Die ASTRA Bridge trennt Baustelle und Verkehr räumlich. Das erhöht die Sicherheit für die Verkehrsteilnehmenden ebenso wie für das Baupersonal», sagt ASTRA-Direktor Jürg Röthlisberger.
180 Räder tragen 1250 Tonnen
Die ASTRA Bridge ist etwa 260 Meter lang und 1250 Tonnen schwer. Manöver mit einer solchen Konstruktion sind anspruchsvoll. Möglich werden sie dank 180 Rädern, die über ein modernisiertes GPS-System mit Daten von Swisstopo gesteuert werden. Eine Mitarbeiterin oder ein Mitarbeiter kann die Brücke aus einer kleinen Führerkabine zentimetergenau vorwärts, rückwärts und seitwärts bewegen.
Genau dieses Seitwärtsfahren wird Mitte Juli wichtig, wenn die ASTRA Bridge von der einen auf die gegenüberliegende Fahrbahn wechselt. Dabei fährt sie nicht einfach eine langgezogene Kurve. Dafür wäre der Platz zu knapp. Stattdessen bewegt sie sich in einem Zickzackkurs seitwärts über die Autobahn, bis sie ihre neue Position erreicht. Alles geschieht kontrolliert und präzise, fast wie bei einem Hochseetanker. Auch dort sind rasche Manöver nicht möglich.
ASTRA Bridge kennt auch Grenzen
Die ASTRA Bridge lässt sich nicht auf jeder Strecke einsetzen. «Die ASTRA Bridge ist ein wichtiges Instrument für den Unterhalt stark belasteter Autobahnabschnitte. Ihr grosser Vorteil ist, dass die Beeinträchtigung punktuell bleibt und nur eine Fahrtrichtung betrifft», sagt Röthlisberger. «Der Verkehr wird über die Baustelle hinweggeführt. Eine Verschwenkung auf die Gegenfahrbahn ist nicht nötig.»
Bei konventionellen Baustellen ist das anders. Dort müssen Fahrstreifen in der Regel verengt, verschoben oder auf die Gegenfahrbahn geführt werden. Solche Verkehrsführungen wirken sich meist auf beide Fahrtrichtungen aus. «Wo die Platzverhältnisse zu eng sind oder die Kurvenradien nicht ausreichen, können wir die Brücke aber nicht einsetzen. Dort arbeiten wir weiterhin mit konventionellen Verkehrsführungen», erklärt Röthlisberger.
Das wird auch auf der A2 nördlich des Belchens der Fall sein: Ergänzend zur Baustelle mit der ASTRA Bridge werden drei Abschnitte zwischen Augst und Sissach im konventionellen Verfahren saniert. Diese Arbeiten sind von Mitte Juli bis Ende August 2026 jeweils nachts vorgesehen.
Am Abend wieder nach Hause
Anders als bei konventionellen Baustellen wird der Strassenbelag mit der ASTRA Bridge tagsüber erneuert. Da der Verkehr über die Baustelle hinwegfährt, kann auch am Tag gearbeitet werden, ohne den Verkehrsfluss wesentlich zu beeinträchtigen. «Hier kommen weitere Vorteile der Brücke zum Tragen», sagt ASTRA-Direktor Röthlisberger. «Lärmintensive Arbeiten können tagsüber stattfinden. Das entlastet die Anwohnenden in der Nacht. Und es verbessert die Arbeitsbedingungen für die Bauleute, weil weniger Nachtarbeit nötig ist.»
Ein weiterer positiver Effekt der Arbeit am Tag sind tiefere Baukosten: Nachtarbeiten verteuern Unterhaltsarbeiten gemäss ASTRA um bis 20 Prozent. Jürg Röthlisberger sagt dazu: «Der Einsatz der ASTRA Bridge ist deshalb nicht nur aus Verkehrs- und Sicherheitssicht sinnvoll. Er kann auch wirtschaftlich überzeugen und trägt zu einem haushälterischen Umgang mit den verfügbaren Mitteln bei.»
Mehr Informationen auf der Website und in der Medienmitteilung.











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